***** Wie wenig Aufmerksamkeit ich den Charts mittlerweile schenke, zeigt sich u. a. darin, dass ich sombr erst am Freitag, also am Tag der Veröffentlichung seines Debüt-Albums, kennengelernt habe, obwohl er seit März bereits drei Singles durchaus erfolgreich darin platzieren konnte. Manchmal schafft es ja doch noch sehr ordentliche Musik in die Hitliste.<br><br>Auch wenn der Künstlername vermuten lässt, dass wir hier ein schwermütiges Werk eines "sad boys" zu hören bekommen (zum Beispiel wie es beim deutschen Künstler Berq der Fall ist) und obwohl sich die Texte tatsächlich rund um die Themen Herzschmerz bzw. Liebeskummer drehen, ist die Musik, die irgendwo im Indiepop einzuordnen ist, weitaus positiver und nicht selten erhebend und mitreißend. Shane Boose' Stimme, über die häufig Effekte bzw. Filter gelegt wurden (was mich persönlich in keinem Fall stört), überzeugte mich auf Anhieb, ebenso seine höchst eingängigen Songs, die herrlich aus der Zeit gefallen wirken, durch die moderne Produktion aber dennoch nicht altmodisch klingen. Sie haben vielmehr etwas Zeitloses an sich. Das Album ist von vorne bis hinten auf einem ähnlich hohen Niveau, der Sound sehr homogen (was man sicher auch kritisieren könnte, ich hier aber positiv hervorhebe). Es überzeugen nicht nur die vier bisherigen Singles, darunter vor allem das discoartige "12 To 12", sondern auch das ruhigere "Canal Street", welches mir ausgezeichnet gefällt und im theatralischen Refrain jugendliches Melodrama ausdrückt, oder auch der starke Opener "Crushing", die potenzielle fünfte Single "I Wish I Knew How To Quit Her" und das sofort zündende "Come Closer". Kurz; das gesamte Album überzeugt gleichermaßen - jedenfalls trifft Shane Boose meinen Geschmack sehr genau. |